PM Marktbericht Europa 4Q2008

München, den 17. Februar 2009 – Erste Indikationen zum Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2008 bestätigen den rasanten konjunkturellen Abwärtstrend, in dem sich die meisten europäischen Länder derzeit befinden. Die Teuerungsraten gehen rasch zurück, so dass sich die momentane Inflation bereits deutlich unter dem Zielkorridor der Zentralbanken bewegt.

Niedrigere Leitzinsen und geringere Risikoaufschläge im Interbankenhandel tragen gegenwärtig zur Stabilisierung des Geldmarktes bei. Deutliche Verbesserungen bei der Verfügbarkeit von Fremdkapital zur Immobilienfinanzierung sind bisher jedoch noch nicht messbar. Selbst Finanzierungen von Immobilien in 1 A-Lagen mit einer konservativen Beleihungsquote von etwa 50% stellen zunehmend Schwierigkeiten dar, wenn das Volumen mehr als 50 Mio. Euro beträgt. Die Kreditmarktkonditionen sollten auch vor dem Hintergrund der Anforderungen aus „Basel II“ strenger werden und Banken dazu verleiten, ihr Engagement in diesem Bereich zurückzufahren. Diese Rahmenbedingungen erschweren es auch jenen Investoren, die in diesem Jahr auslaufende Kredite refinanzieren müssen – das Gesamtvolumen wird immerhin auf 200 Mrd. Euro in 2009 geschätzt.

Nachdem europäische Büroimmobilien des Spitzensegments im vergangenen Jahr bereits etwa 15% an Wert verloren haben, ist im laufenden Jahr aufgrund weiter ansteigender Renditen mit zusätzlichen Wertab-schlägen zu rechen. Dies hängt jedoch wesentlich von der Bewertung zukünftiger Mieterträge ab, wodurch solche Betrachtungen nur marktspezifisch sinnvoll sind. Dennoch kann man allgemein davon ausgehen, dass 2009 die Spitzenmieten im Vergleich zum Vorjahr um 5% bis 20% zurückgehen werden. Dieser kurzfristige Einbruch ist nach Meinung von Markus Reissner, Research Analyst bei Pramerica*) in München, vor allem nachfragebedingt. In den meisten Märkten befindet sich das Neubauvolumen auf sehr niedrigem Niveau, so dass nach einer wirtschaftlichen Erholung mittelfristig gute Aussichten auf ein dynamisches Mietwachstum bestehen.

Im Einzelhandelssektor hat insbesondere die sich verschlechternde Perspektive an den Arbeitsmärkten das Vertrauen der Verbraucher und deren Einkaufsverhalten negativ beeinflusst. Dennoch könnten die Auswirkungen weit schlimmer sein: Zwar sinken die Mieten in UK, Irland und Spanien, doch sorgt die Konsolidierung im Einzelhandel in den anderen europäischen Ländern insgesamt derzeit noch für ein Wachstum in diesem Segment.

Einzelheiten zu den Entwicklungen an den europäischen Immobilienmärkten können dem vollständigen Europa-Marktbericht des 4. Quartals 2008 entnommen werden.

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