PM Marktbericht USA 4Q2008

München, den 18. Februar 2009 – Die Situation an den gewerblichen Immobilienmärkten hat sich analog zur Gesamtwirtschaft verschlechtert. Mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit, sinkenden Konsumausgaben und fallenden Häuserpreisen wird der Abschwung wohl alle Sektoren des Immobilienmarktes tangieren.

Die Arbeitslosenquote von 7,2 % am 31.12.2008 markiert den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Bis zum Ende des Wirtschaftsabschwungs ist laut Moody’s Economy.com mit dem Wegfall weiterer 4,4 Millionen Arbeitsplätze zu rechnen. Die Auswirkungen auf die Bürobeschäftigung zeigen sich in der stark gestiegenen Leerstandrate. Zum Jahresende erreichte diese bereits über 14%, nach-dem sie seit gut einem Jahr um 200 Basispunkte anstieg.

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit, branchenübergreifend gesunkene Umsätze und eine schwache Nachfrage nach Importen aufgrund der weltweiten Rezession haben auch die Nachfrage nach Industrieflächen reduziert. Zu einer deutlichen Eintrübung des Hotelmarktes führten die zurückgehenden Geschäfts- und Urlaubsreisen: So ist die Belegungsquote über alle Hotelarten hinweg im November 2008 auf 51,9 % gesunken (Vorjahr: 58,1 %). Der Einzelhandel leidet unter den schwindenden Konsumausgaben, die sich auf dem niedrigsten Niveau seit Jahrzehnten bewegen. Schätzungen des International Council of Shopping Centers gehen davon aus, dass die Einzelhandelsumsätze in den letzten beiden Monaten des Jahres 2008 um etwa 2 % zurückgegangen sind; das wäre das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1970.

Die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen wirken sich jedoch auch in einem stark rückläufigen Flächenangebot aus. Bereits laufende Projektentwicklungen werden zwar fortgeführt, für spekulative Projektentwicklungen sind derzeit jedoch keine Kredite zu bekommen. Die Kreditgeber bleiben durchweg vorsichtig, da sie alle, insbesondere die Hypothekenbanken, erst ihre eigenen, durch die Finanzkrise ausgelösten Probleme in den Griff bekommen müssen.

Der Investmentmarkt ist mitunter weiter von strengeren Finanzierungsstandards betroffen. „Bedenkt man, dass unter diesen Bedingungen in den kommenden Jahren kommerzielle Hypotheken mit einem Volumen von jährlich ca. 300 Mrd. USD fällig werden bzw. zur Refinanzierung anstehen, wird klar, welche Dimension der Deleveraging-Prozess in nächster Zukunft haben sollte“, kommentiert Markus Reissner, Research Analyst bei Pramerica*) in München.

Derzeitige Rahmenbedingungen bergen jedoch auch ein großes Potenzial in sich. Da die Immobilienpreise während der voraussichtlich nächsten zwei Jahre auf einem moderaten Niveau verharren sollten, bietet das aktuelle Marktumfeld für eigenkapitalstarke Investoren sehr gute Investitionsmöglichkeiten. „So wäre es falsch, nun in überzogenen Pessimismus zu verfallen“, ermuntert Markus Reissner die Investoren. „Niedrige Zinsen und Energiepreise sollten die Grundlage für einen baldigen wirtschaftlichen Aufschwung darstellen. Darüber hinaus sollte das gigantische Konjunkturprogramm der neuen Regierung die wirtschaftlichen Aktivitäten im 2. Halbjahr ankurbeln.“


Einzelheiten zu den Entwicklungen an den lateinamerikanischen Immobi-lienmärkten können dem vollständigen Lateinamerika-Marktbericht des 4. Quartals 2008 entnommen werden.

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