PM Marktbericht Europa 3Q 2009

München, den 6. November 2009 – Die Wachstumsprognosen für die europäischen Volkswirtschaften werden derzeit von Wirtschaftsforschern sukzessive nach oben revidiert – ein Beleg, dass die Rezession die Talsohle durchschritten haben könnte. Diesen positiver werdenden Indikationen stehen allerdings noch relativ wenige belastbare Fundamentaldaten entgegen. Im Gegenteil, die Zahl der Arbeitslosen steigt weiter an, was neben dem absehbaren Ende zahlreicher Konjunkturprogramme, nach wie vor für Verunsicherung bei den Konsumenten sorgt. Wenngleich in zahlreichen europäischen Ländern der Tiefpunkt der Rezession im ersten Quartal zurückliegt, so ist gesamthaft betrachtet ein langsamerer Erholungsprozess zu erwarten.

Niedrigere Leitzinsen und geringere Risikoaufschläge im Interbankenhandel tragen gegenwärtig zur Stabilisierung des Geldmarktes bei. Deutliche Verbesserungen bei der Verfügbarkeit von Fremdkapital zur Immobilienfinanzierung sind bisher jedoch noch nicht messbar. Selbst Finanzierungen von Immobilien in 1 A-Lagen mit einer konservativen Beleihungsquote von etwa 50% stellen zunehmend Schwierigkeiten dar, wenn das Volumen mehr als 50 Mio. Euro beträgt. Die Kreditmarktkonditionen sollten auch vor dem Hintergrund der Anforderungen aus „Basel II“ strenger werden und Banken dazu verleiten, ihr Engagement in diesem Bereich zurückzufahren. Diese Rahmenbedingungen erschweren es auch jenen Investoren, die in diesem Jahr auslaufende Kredite refinanzieren müssen – das Gesamtvolumen wird immerhin auf 200 Mrd. Euro in 2009 geschätzt.

Nachdem europäische Büroimmobilien des Spitzensegments im vergangenen Jahr bereits etwa 15% an Wert verloren haben, ist im laufenden Jahr aufgrund weiter ansteigender Renditen mit zusätzlichen Wertabschlägen zu rechen. Dies hängt jedoch wesentlich von der Bewertung zukünftiger Mieterträge ab, wodurch solche Betrachtungen nur marktspezifisch sinnvoll sind. Dennoch kann man allgemein davon ausgehen, dass 2009 die Spitzenmieten im Vergleich zum Vorjahr um 5% bis 20% zurückgehen werden. Dieser kurzfristige Einbruch ist nach Meinung von Markus Reissner, Research Analyst bei Pramerica*) in München, vor allem nachfragebedingt. In den meisten Märkten befindet sich das Neubauvolumen auf sehr niedrigem Niveau, so dass nach einer wirtschaftlichen Erholung mittelfristig gute Aussichten auf ein dynamisches Mietwachstum bestehen.

Im Einzelhandelssektor hat insbesondere die sich verschlechternde Perspektive an den Arbeitsmärkten das Vertrauen der Verbraucher und deren Einkaufsverhalten negativ beeinflusst. Dennoch könnten die Auswirkungen weit schlimmer sein: Zwar sinken die Mieten in UK, Irland und Spanien, doch sorgt die Konsolidierung im Einzelhandel in den anderen europäischen Ländern insgesamt derzeit noch für ein Wachstum in diesem Segment.

Einzelheiten zu den Entwicklungen an den europäischen Immobilienmärkten können dem vollständigen Europa-Marktbericht des 4. Quartals 2008 entnommen werden.

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