PM Marktbericht Lateinamerika 2Q2009

München, den 14. August 2009 – Die gedämpfte Wirtschaftsentwicklung setzte sich in Lateinamerika im 2. Quartal fort. In Mexiko beispielsweise verursachte das vermehrte Auftreten der Schweinegrippe eine 13-tägige Unterbrechung der geschäftlichen Aktivitäten und drastische Einbrüche im Tourismus, deren Kosten auf 0,4 % des BIP geschätzt werden.

„Wenngleich die disziplinierte Fiskal- und Budgetpolitik seitens der Staaten für eine verhältnismäßig schnelle Erholung des Kontinents sorgen sollte, steuert die Region einer Zeit niedrigerer Wachstumsraten entgegen“, konstatiert Markus Reissner, Research Analyst bei Pramerica. „Mit einer Erholung der Märkte rechnen wir frühestens Ende 2009, jedoch eher Ende 2010“.

Vor dem Hintergrund deflationärer Tendenzen und abnehmender Wachstumsraten haben die Zentralbanken die Leitzinsen gesenkt und die Regierungen Maßnahmenpakete zur Belebung der Konjunktur geschnürt. Diese sollen dazu beitragen, das Verbrauchervertrauen wieder herzustellen, die Nachfrage anzukurbeln und das Kreditgeschäft wieder zu beleben. Die Aktienindizes und lokalen Währungen mussten in letzter Zeit erhebliche Schwankungen hinnehmen. Während die Währungen weiterhin sehr volatil blieben, konnten sich die meisten Indizes zum Quartalsende stabilisieren und schlossen positiv.

Was die Immobilienmärkte in Lateinamerika betrifft, so fordern Unternehmen bei Neuanmietungen derzeit günstigere Mieten und kürzere Vertragslaufzeiten – aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage befinden sie sich in einer komfortablen Verhandlungsposition. Im Einzelhandel führt die derzeitige Rezession vielfach zu Schließungen kleinerer Geschäfte. Größere Händler oder Handelsketten haben zwar einen längeren Atem, fühlen sich aber oftmals genötigt, ihre Expansionspläne erst einmal auf Eis zu legen. Wohnimmobilien verkaufen sich derzeit an Besserverdiener deutlich schlechter als an Geringverdiener, wo die Absatzzahlen stabil geblieben sind. Hier scheint das Konjunkturprogramm der Regierung, das einen leichteren Zugang zu Hypothekenfinanzierungen ermöglichen soll, bereits Früchte zu tragen.

Wenngleich Eigenkapitalinvestoren derzeit rar und die Verfügbarkeit von Krediten stark eingeschränkt sind, ist dennoch davon auszugehen, dass kapitalstarke Investoren bereits in den Startlöchern stehen, um in den lateinamerikanischen Immobilienmarkt zu investieren. Es sind dies insbesondere Einheimische und Ausländer, die davon überzeugt sind, dass der Kontinent im nächsten Jahr auf den Wachstumspfad zurückkehren wird. Auch wenn die Transaktionsvolumina gegenwärtig noch gering sind, da potentiellen Verkäufern noch die Bereitschaft fehlt, Verluste zu realisieren, sollte über die kommenden Quartale hinweg der Transaktionsmarkt wieder an Dynamik aufnehmen. Die konjunkturelle Konsolidierung wird den Druck auf die Mietmärkte erhöhen und somit zu tatsächlichen Cash-Flow Einbußen führen. In diesem Umfeld werden einige derzeit noch zurückhaltende Verkäufer ihre Position neu bewerten müssen.

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