Gestärkt von der steigenden Konsumnachfrage einer weiter wachsenden Mittelschicht sollte Lateinamerika in 2010 mit knapp 4% ein solides Wirtschaftswachstum verzeichnen. Im Dezember des abgelaufenen Jahres wurde Peru von Moody’s als Land mit guter Bonität eingestuft und erreichte mit dem „Baa3“-Rating erstmals Investmentqualität. Diese Entwicklung macht die Region für einen größeren Kreis ausländischer Investoren interessant.
Die Immobilienmärkte haben das Tal durchschritten. „Der Industriesektor Lateinamerikas, der als erster von der Rezession betroffen war, profitiert nun auch als erster von der Erholung“, konstatiert Markus Reissner, Vice President Research bei Pramerica in München. „Die Bürger sind zuversichtlich, was ihre private Einkommenssituation betrifft. Dies führt zu neuer Nachfrage und veranlasst Unternehmen dazu, ihre Expansionspläne fortzuführen.“ Der Geschäftsklimaindex in Mexiko erreichte im Oktober 2009 sein seit April 2008 höchstes Niveau. Brasilien konnte im November erstmals seit einem Jahr eine im Vorjahresvergleich gestiegene Industrieproduktion verzeichnen. Die Verkaufszahlen der Automobilbranche stiegen um 11,4 % und erreichten mit 3,4 Millionen Einheiten Rekordniveau. Für zusätzlich gute Stimmung sorgte die Bekanntgabe einiger großvolumiger Neuinvestitionen durch internationale Großunternehmen: So kündigte Coca-Cola an, innerhalb der nächsten fünf Jahre 5,8 Mrd. US-Dollar in Brasilien zu investieren; Renault veröffentlichte seinen 3-Jahres-Investitionsplan, der ein Investitionsvolumen von 568 Mio. US-Dollar vorsieht.
Die Vielschichtigkeit der lateinamerikanischen Büromärkte trat bereits während der zweiten Jahreshälfte 2009 deutlich zu Tage. So stieg die durchschnittliche Class-A-Leerstandrate in Mexiko City im Laufe des 3. Quartals um 100 Basispunkte auf 7,7 %. Von einer weiteren Zunahme der Leerstände ist auszugehen, bis eine nachhaltige Erholung der mexikanischen Wirtschaft in einer steigenden Nachfrage nach Flächen mündet. In Brasiliens Top-Büroimmobilienmarkt Sao Paulo hingegen sank die durchschnittliche Class-A-Leerstandquote im 3. Quartal 2009 von 9,2 % auf 8 %. Der Trend könnte ein Indiz für eine im Zuge der wirtschaftlichen Belebung einhergehende Normalisierung der Geschäftstätigkeit sein.
Die sich stabilisierenden Zahlen vom Arbeitsmarkt trugen zu einem gestiegenen Verbrauchervertrauen bei, was den Einzelhandelssektor auf breiter Front zur Wiederaufnahme aufgeschobener Projekte veranlasste. In deren Folge überflügelten an der Börse notierte Einzelhandelsunternehmen in ihrer Performance alle anderen Branchen, insbesondere in Brasilien. Das Verbrauchervertrauen und die Einzelhandelsumsätze zogen jedoch auch in Mexiko an. Insbesondere große Discounterketten profitieren von der wirtschaftlichen Erholung, in deren Folgen sich mehr preisbewusste Konsumenten auf Schnäppchenjagd begeben. Wal-Mart Mexiko eröffnete beispielsweise im abgelaufenen Jahr 275 neue Einkaufsmärkte und erzielte in seinen insgesamt 1,472 Verkaufsstellen einen um 10,4 % gestiegenen Rekordumsatz. Chile vermeldete für November um 9,3 % gestiegene Einzelhandelsumsätze. Projektentwicklungsgesellschaften des Landes sehen sich verstärkt auch nach Investitionsmöglichkeiten jenseits von Chile um. Im Dezember gab der Chilenische Einkaufszentrums-Entwickler Parque Aurauco seine Pläne bekannt, 140 Mio. US-Dollar in ein neues Shopping-Center in Bogota, Kolumbien, zu investieren.
Bauträger von Wohnimmobilien, insbesondere jene, die sich auf das Segment der Geringverdiener spezialisiert haben, waren 2009 sowohl in Mexiko als auch in Brasilien Krisengewinner. In Brasilien konnten aufgrund der seitens der Regierung zur Verfügung gestellten günstigen Hypothekenkredite dreistellige Zuwachsraten verzeichnet werden. Wenngleich die Nachfrage nach Wohneigentum unter Besserverdienern möglicherweise nachgibt, sollte die Nachfrage nach bezahlbaren Immobilien stark bleiben.
Einzelheiten zu den lateinamerikanischen Immobilienmärkten können dem vollständigen Marktbericht entnommen werden. Dieser ist abrufbar unter
http://www.pramericarei.de/Research-Marktberichte/Marktberichte_Lateinamerika/Marktbericht_Lateinamerika_Jan10.htm
Pramerica Real Estate Investors ist die Immobilientochter des Finanz- und Versicherungskonzern Prudential Financial, Inc., USA*), und bietet vielfältige Investmentlösungen in den Vereinigten Staaten, Europa, Asien und Lateinamerika. Das Fondsmanagement mit Sitz in Parsippany (New Jersey), Atlanta, München, London, Mexiko City und Singapur wird von einem globalen Netzwerk von regionalen Büros unterstützt. Pramerica legt Immobilienfonds für seine überwiegend institutionellen Kunden auf, verwaltet derzeit ein Immobilienvermögen von ca. 29,6 Mrd. EUR (Stand: 30.09.2009) und ist damit einer der größten Immobilienmanager weltweit. Weitere Informationen unter www.pramericarei.com
*) Prudential Financial, Inc. USA gehört nicht zum Unternehmensverbund Prudential plc., der seinen Hauptsitz in Großbritannien hat.