München, 5. Februar 2010 – Die wirtschaftliche Erholung in Europa sorgte im 4. Quartal 2009 für einen weiter zaghaften Anstieg der Transaktionstätigkeiten. Hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Perspektive der einzelnen Länder bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen das schrittweise Zurückfahren der expansiven geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen auf den wirtschaftlichen Erholungsprozess haben wird.
Entspannung ist auch auf der Finanzierungsseite erkennbar: „Banken stehen deutlich weniger unter Druck als noch vor einem Jahr. Diejenigen, die eine bessere Kapitalausstattung haben, wer-den diese Vorteile in Form etwas erleichterter Fremdfinanzie-rungskonditionen an Darlehensnehmer weitergeben“, weiß Markus Reissner, Research Analyst bei Pramerica in München. „Auch sind mittlerweile wieder längerfristige Finanzierungen für 5-Jahres-Zeiträume und für Investitionsvolumina jenseits der 100 Mio. Euro-Grenze prinzipiell möglich. Bezüglich der Finanzierungsquoten versuchen die Geldinstitute allerdings nach wie vor ihr Risiko zu minimieren, indem die Grenze bei etwa 60% gelegt wird.“
Die Globalisierung des Immobilieninvestmentmarktes hat dazu beigetragen, dass – anders als noch in den frühen 1990er Jahren – eine Vielzahl an internationalen, eigenkapitalstarken Investoren insbesondere aus dem Mittleren Osten und dem asiatisch-pazifischen Raum derzeit in westeuropäische Core-Märkte ein-steigen wollen. Zusätzlich haben zuletzt teils rapide gesunkene Verkehrswerte zu neuen Investmentchancen geführt und im Ver-gleich zu Anleihen und geldmarktnahen Anlageprodukten relativ hohe Renditen ermöglicht. Last not least hat das vergleichsweise schwache britische Pfund zahlreiche ausländische Investoren an-gelockt. In der Summe führen diese Entwicklungen zu sinkenden Anfangsrenditen insbesondere von „Prime“ Immobilien, die sich derzeit schon wieder unter den langfristigen Durchschnittswerten bewegen. Hinsichtlich dieser Entwicklung stellt sich die Frage, ob das ausgeprägte Vertrauen der Investoren in die Märkte, das durch die Fundamentaldaten allein nicht nachvollziehbar ist, ein weiteres Korrekturpotenzial aufbaut.
Die Flächenmärkte haben sich grundsätzlich besser behauptet als man es bei dem dramatischen Einbruch der BIP-Wachstumsraten hätte vermuten können. Bei einem aufgrund zurückgezogener Fi-nanzierungen begrenzten Projektentwicklungsvolumen sollten sich die Mieten durchaus recht schnell wieder erholen können. Nachteilig könnte sich allerdings die Personalpolitik der Unter-nehmen während der zurückliegenden Rezessionsmonate erwei-sen, die auf eine nicht ausreichende Senkung der Lohnkosten setzte, so dass nun während der zu erwartenden Erholungsphase nicht genug neues Personal eingestellt werden kann.
Einzelheiten zu den Entwicklungen an den europäischen Immobi-lienmärkten können dem vollständigen Europa-Marktbericht des 4. Quartals 2009 entnommen werden. Dieser ist abrufbar unter
http://www.pramericarei.de/Research-Marktberichte/Marktberichte_Europa/Marktbericht_Europa_Jan10.htm.
Pramerica Real Estate Investors ist die Immobilientochter des Finanz- und Versicherungskonzern Prudential Financial, Inc., USA*), und bietet vielfältige Investmentlösungen in den Vereinigten Staaten, Europa, Asien und Lateinamerika. Das Fondsmanagement mit Sitz in Parsippany (New Jersey), Atlanta, München, London, Mexiko City und Singapur wird von einem globalen Netzwerk von regionalen Büros unterstützt. Pramerica legt Immobilienfonds für seine überwiegend institutionellen Kunden auf, verwaltet derzeit ein Immobilienvermögen von ca. 29,6 Mrd. EUR (Stand: 30.09.2009) und ist damit einer der größten Immobilienmanager weltweit. Weitere Informationen unter www.pramericarei.com
*) Prudential Financial, Inc. USA gehört nicht zum Unternehmensverbund Prudential plc., der seinen Hauptsitz in Großbritannien hat.